Wir leben in außergewöhnlichen Zeiten. Der erste echte Bildschirmsitz unserer Generation seit der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1990er Jahre. Es ist möglich, dass nach der Krise eine neue, bessere Zeit beginnt. Die Möglichkeit ist verschwindend gering, ein Mensch lernt nicht, aber es ist da.
Sobald die Pandemie unter Kontrolle ist, öffnen auch die Bibliotheken wieder ihre Türen. Auch Selbsthilfebibliotheken. Selbsthilfebibliotheken, oder wie ich lieber sage: teilweise Selbsthilfebibliotheken. Es gibt keine vollständig unabhängige Bibliothek, weil keine Bibliothek ohne professionelles Personal funktionieren kann.
Die Selbsthilfebibliothek ist trotz ihres etwas irreführenden Namens eine großartige Erfindung. Dank ihrer Unabhängigkeit kann die Bibliothek das ganze Jahr über von morgens bis abends geöffnet sein. Das bedeutet, dass sich die Kunden während einiger Öffnungszeiten selbst bedienen. Die Selbstbedienungsbibliothek wird so genannt, weil es besser klingt als eine Selbstbedienungsbibliothek...
Selbstständig zu sein erfordert vom Kunden, aktiv zu sein, sozial zu sein und neue Dinge zu lernen. Selbständigkeit zu lernen sollte für niemanden unmöglich sein. Ziel ist es, Selbstbedienungsbibliotheken möglichst barrierefrei zu gestalten, damit alle Bibliotheksbenutzer auch während der Selbstbedienungszeiten steuerlich gleichgestellt sind. Es ist nicht einfach, aber das ist das Ziel.
Eine Selbsthilfebibliothek entsteht nicht durch Fingerschnippen. Die Unabhängigkeit der Bibliothek von Rajapatsa erforderte eine umfassende Renovierung, die von Vuoksenniska eine komplett neue Bibliothek. Die Planung der Eigenständigkeit der Hauptbibliothek schreitet schnell voran und erfordert viele räumliche Veränderungen.
Damit die Bibliothek teilweise autonom wird, muss viel Technologie angeschafft werden, die in einer traditionellen Bibliothek nicht unbedingt vorhanden ist. Zugangskontrolle, Ausleihe, Rückgabe und die Möglichkeit der Informationssuche müssen so organisiert werden, dass der Kunde sie selbst erledigen kann, auch wenn das Personal nicht da ist. Kunden müssen zu selbstständigem Handeln angeleitet, Mitarbeiter geschult werden, um die notwendige Technik zu beherrschen und Kunden anzuleiten. Jetzt müssen zum Beispiel in der Hauptbibliothek viele Änderungen vorgenommen werden, auch nur an der Anordnung der Regale, damit eine Kameraüberwachung möglich wird. Kameraüberwachung ist leider notwendig, das hat die Erfahrung gezeigt.
Die Selbsthilfebibliothek funktioniert nicht ohne Personal, nicht umsonst. Eine Bibliothek ohne Personal ist nur ein Bücherlager. Auch in Selbstbedienungsbibliotheken kümmert sich das Bibliothekspersonal um die Beschaffung und Entnahme von Medien, Inhaltsbeschreibung, Ordnen für die Ausleihe, Regale, Bearbeitung von Vormerkungen und Wartung der Selbstbedienungstechnik. Die Mitarbeiter bemühen sich, dass die Bücher am richtigen Platz sind und die Technik funktioniert, wenn der Kunde morgens um sieben auf dem Weg zur Arbeit oder vor neun zur Zeit der Abendnachrichten die Bibliothek aufsucht. Auch für die Reinigung und Pflege der Räumlichkeiten ist zu sorgen. Wir Bibliotheksfachkräfte und Fachkräfte aus anderen Bereichen, die unsere Arbeit unterstützen, werden trotz Selbständigkeit weiterhin gesucht.
Angst vor Selbsthilfebibliotheken braucht man nicht zu haben. Sie können die Servicezeiten leicht verkürzen, aber die Zugänglichkeit verbessert sich. Eines Tages werden wir vielleicht doch Bibliotheken sehen, die das ganze Jahr über rund um die Uhr geöffnet sind. Selbsthilfetechnik ist bereits einfach zu handhaben, mit allerlei neuer Technik wird es sicherlich noch einfacher werden. Ich glaube, dass es nicht lange dauern wird, bis Rückgaben und Ausleihen registriert werden, wenn ein Kunde die Bibliothekstür betritt oder verlässt.
mika. kahkonen
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