Am Donnerstag letzter Woche versammelten sich zehn geladene Redner im Wohnzimmer der Hauptbibliothek, um ihre Gedanken über das kulturelle Leben von Imatra auszutauschen. Es war die erste Diskussion in Imatra über das Demokratieprojekt Minun kuntani, das gemeinsam von mehreren finnischen Bibliotheken durchgeführt wurde. Die Diskussion wurde von einem Bibliotheksexperten moderiert Ari Sareslahti. Auch Projektmitarbeiter Kaisa Halme Die Stadtbibliothek von Lahti war anwesend, um das Projekt vorzustellen.
- Kultur schien als Thema der ersten Diskussion angemessen, weil wir in Kulttuuritalo Virra sind und ich mich selbst kürzlich über den Mangel an kultureller Diskussion in Imatra gewundert habe, erklärte Sareslahti die Diskussion.
Die Diskutanten identifizierten mehrere Herausforderungen, die das kulturelle Leben und die Veranstaltungen von Imatra betreffen: den Rückgang der Besucherzahlen während der Koronazeit, die Verlegung der Kunstschule nach Lappeenranta, die Bürger erreichen und ihr Interesse wecken, die wirtschaftliche Situation der Stadt. Es wurde festgestellt, dass die Kosten für kulturelle Veranstaltungen für viele ein Schwellenthema sein können und die protzigen Mauern von Kulturräumen als aufdringlich empfunden werden können. Hochkultur als Wort kann einem schon Angst machen.
Andererseits meinten die Gesprächspartner, dass die Bürger der Gemeinde nicht unbedingt alle Angebote kennen, zum Beispiel Museen ohne Eintritt und niederschwellige kostenlose Veranstaltungen. Nur wer an Veranstaltungen teilnimmt, weiß, wie man Veranstaltungskalendern folgt. Neben lokalen Kulturveranstaltungen konkurrieren Streaming-Dienste und andere Aktivitäten, die bequem von zu Hause aus genossen werden können, um die Zeit der Menschen.
- Auch die Dorfkultur hat sich verändert. Früher sind wir die ganze Zeit in irgendein Dorf gegangen, jetzt gehen wir nirgendwo hin, charakterisierte ein Gesprächspartner.
Aus Sicht der Kulturschaffenden wurde das Problem darin gesehen, dass es an organisatorischer Hilfe und Koordination mangelt oder zumindest die Kulturschaffenden nicht genug über die verfügbaren Hilfen wissen. Viele Akteure im Kulturbereich treffen nicht immer aufeinander.
Als mögliche Entwicklungspfade nannten die Gesprächspartner Interaktion, gemeinsames Tun und Erleben und Kultur dorthin bringen, wo die Bürger der Kommune sind.
- Verlassen wir die Orte, an denen normalerweise Kultur stattfindet. Raus aus der Kulturblase und näher an den Alltag der Menschen heran, schlug eine Teilnehmerin vor.
Von lokaler Kultur wurde gesprochen als eine gemeinsame Erfahrung von Menschen, die in einem bestimmten Raum stattfindet. Der Raum muss nicht unbedingt ein traditioneller Kulturraum sein, aber Kultur, zum Beispiel Kunst, könnte mehr ins Grüne, in die Innenstadt und an andere menschennahe Orte verlagert werden. Um dies umzusetzen, bräuchten die Kulturschaffenden praktische Ratschläge der Stadtverwaltung. Betont wurden die Vertiefung der Zusammenarbeit und die Ermittlung der Bedürfnisse verschiedener Akteure sowie die Suche nach Ideen direkt von Kulturschaffenden.
Auch aus Zuschauersicht wurde das gemeinsame Tun und Erleben als wichtig erachtet: Der Genuss lokaler Kultur kann ein Gemeinschaftsgefühl schaffen, das allein durch Bildschirmunterhaltung nicht möglich ist. In der Diskussion wurde beispielsweise vorgeschlagen, zwei Eintrittskarten zu kaufen und einen Freund zu den Veranstaltungen einzuladen. Auch über die Kulturerziehung von Kindern und Jugendlichen war die Rede: Wenn Kulturakteure, zum Beispiel Bibliotheken und Museen, schon in der Schule vertraut werden, senkt das die Schwelle, als Erwachsener wieder zur Kultur zurückzukehren. Hervorgehoben wurden auch die Möglichkeiten, die jungen Menschen für kulturelle Aktivitäten geboten werden.
Die Diskutanten reflektierten, dass Imatra bereits zahlreiche Stärken im Kulturbereich hat: Vuoksi ja koski, Valtionhotelli, Kulturhaus, Künstler. Es wurde festgestellt, dass das Imatra Base Camp Antworten auf viele praktische Fragen bietet, die Kulturschaffende verwirren. Eine bessere Nutzung der Stärken und Möglichkeiten ist erforderlich, vielleicht sogar die Anerkennung der Besonderheit von Imatra. Kultur ist ein Kapital und Anziehungsfaktor der Stadt.
- In Texten von vor hundert Jahren wird die Region Ruokolahti und Imatra als Ort der Poesie und Liebe bezeichnet, sagte ein Gesprächspartner.
- So etwas könnten wir wieder anstreben.
Die zweistündige Diskussion fand nach der bei Sitra entwickelten Erätauko-Methode statt. Der Zweck der Diskussionsmethode besteht darin, einen konstruktiven und gleichberechtigten sozialen Dialog zu führen.
- Der Zweck besteht darin, die eigenen Erfahrungen herauszubringen. An der Diskussion beteiligt sich jeder als er selbst und nicht etwa in einer professionellen Rolle. In der Diskussion herrsche eine Atmosphäre gegenseitigen Respekts und Vertrauens, wies Kaisa Halme die Teilnehmer an.
Die Stadtbibliothek Imatra wird im laufenden Jahr vier weitere Diskussionsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen organisieren. Wenn Sie ein aktuelles Imatra-bezogenes Diskussionsthema vorschlagen oder sich an der Diskussion beteiligen möchten, wenden Sie sich bitte an die Bibliothek.
Für mehr Informationen:
Bibliotheksexperte Ari Sareslahti, Tel. 020 617 6603, ari.sareslahti
imatra.fi (ari[dot]sareslahti[at]imatra[dot]fi)
Projektmitarbeiterin Kaisa Halme, Tel. 044 416 4139, kaisa.halme
lahti.fi (kaisa[dot]halme[at]lahti[dot]fi)